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Forschungsprofil - Geschichtswissenschaftliche Abteilung

Ausgehend von der besonderen Stellung, welche das Kölner Institut Français wie andere, vergleichbare Kulturinstitute seit seiner Gründung nicht nur im inter- und transnationalen Kulturaustausch zwischen Frankreich und Deutschland, sondern auch in der Kölner Kulturpolitik einnimmt, befasst sich die geschichtswissenschaftliche Abteilung mit der grundsätzlichen Frage nach der historischen Tiefendimension des Verhältnisses von Kultur und Politik im 20. Jahrhundert. Tatsächlich ist die Gründungswelle der europäischen Kulturinstitute in der Nachkriegszeit in einem historischen Kontext zu sehen, der nicht nur durch die innereuropäischen Auseinandersetzungen und den Kalten Krieg bestimmt war, sondern auf besondere Weise sich auch mit der Auseinandersetzung um die koloniale und postkoloniale Gegenwart Europas verband. Die Kolonialmacht Frankreich besaß hierbei eine sehr spezifische dem nach dem Ersten Weltkrieg zwangsweise „entkolonisieren“ Deutschland entgegengesetzte Ausgangsposition. Dennoch waren beide Länder in der Nachkriegszeit durch ihre politische Integration in ein sich vereinigendes Europa in ihrer Politik gegenüber Afrika und anderen Teilen der kolonialen/postkolonialen Welt sehr eng miteinander verbunden.

Im Rahmen der geschichtswissenschaftlichen Abteilung werden diese kulturellen und politischen Verflechtungen zwischen Frankreich, Deutschland und der kolonialen/postkolonialen Welt in längerer historischer Perspektive insbesondere mit Blick auf Afrika und den Mittelmeerraum im ausgehenden 19. und 20. Jahrhundert intensiver untersucht und analysiert. In diesem Zusammenhang soll ein besonderes Augenmerk auf die spezifische Rolle von Künstlern wie auch der staatlich geförderten Kulturinstitutionen gelegt werden. Dabei ergeben sich enge thematische Verbindungen zu den anderen drei Abteilungen des Centrums über die Fragen der europäischen Dimension der Kulturpolitik, Frankophonie und der Beschäftigung mit Literatur und Film.