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Forschungsprofil - Sprachwissenschaftliche Abteilung

Die Frankophonie aus sprach- und medienwissenschaftlicher Sicht mit besonderer Berücksichtigung Afrikas

Die sprachwissenschaftliche Abteilung zur Frankophonie soll nicht in Konkurrenz zu bereits an anderen Instituten in Frankreich (Paris 13, Aix-en-Provence) und Kanada (Québec) bestehenden Projekten treten, sondern von vornherein ein scharfes Profil besitzen, das ihre Originalität sichert und zugleich an einige in Köln bestehende Forschungstraditionen anknüpft. Für einen ersten Zeitraum ist eine Ausrichtung auf die Frankophonie Afrikas und des Nahen Ostens forschungsleitend. Als Kernthematik wird eine zugleich linguistische und „landes-wissenschaftliche“ (auf die jeweilige civilisation ausgerichtete) Analyse von Massenmedien und öffentlicher Sprache vorgesehen. Die wissenschaftlichen Ziele des Forschungsschwerpunktes lassen sich kurz wie folgt umreißen: Die am Romanischen Seminar vorhandenen informatischen Werkzeuge erlauben eine statistische Messung der Divergenzen bestimmter nationaler Formen des „afrikanischen Französisch“ gegenüber dem sprachlichen Standard von Tageszeitungen Frankreichs und der Provinz Québec (hierzu auch Kooperationsvertrag mit der Université de Montréal). Messungen dieser Art sind insofern linguistisch von großem Interesse, als sie quantitativ basierte Hypothesen über die viel diskutierte Frage des sprachlichen Auseinanderdriftens von Teilen der frankophonen Welt erlauben. Fragestellungen inhaltlich ganz anderer Natur, die auf der Grundlage der gleichen Datenbank entwickelt werden, betreffen die Frequenz und das semantische oder argumentative Umfeld der Thematisierung bestimmter gesellschaftspolitischer Leitbegriffe in Tageszeitungen.

Das Forschungsziel schließt in ausgeprägter Vernetzung an in Köln bestehende oder geplante Schwerpunkte von Forschung und Lehre an; eine Kooperation ist geplant mit dem Zentrum Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit, dem Institut für Afrikanistik, dem Medienzentrum der Philosophischen Fakultät und der Medienforschung an der WiSo-Fakultät. Mit Prof. C. Riehl wurde eine Zusammenarbeit bei der varietätenlinguistischen Untersuchung der deutschen Pressesprache Namibias vereinbart.

Eine bestimmte inhaltliche Ausweitung, die von den Möglichkeiten der Datenbanken und den Forschungsinteressen des Romanischen Seminars ausgeht, ist bereits in der Anlaufphase der Forschungsstelle möglich. Thematik: „Rechtssprache frankophoner und deutschsprachiger Länder im Sprachvergleich“. Dieses Vorhaben, über das bereits Vorgespräche mit Prof. I. Burr geführt wurden, steht in Beziehung zum interfakultativen Studiengang „Europäische Rechtslinguistik“.